Praxis für Sim-Piloten: Wo man anfängt und wie man sich weiterentwickelt
Erste Schritte: Versuchen Sie nicht, die Unermesslichkeit zu umarmen
Viele Anfänger machen den gleichen Fehler: Sie setzen sich sofort ans Steuer einer Boeing 737 oder eines Airbus A320 und versuchen abzuheben. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Das Flugzeug bewegt sich entweder nicht oder stürzt beim Start ab. Das ist normal und jeder hat das schon einmal durchgemacht.
Fangen Sie einfach an. Eine Cessna 172 oder Piper PA-28 ist Ihr bester Freund am Start. Diese kleinen Flugzeuge vermitteln Ihnen die Grundlagen: wie man Höhenruder, Querruder und Seitenruder steuert, wie man Geschwindigkeit und Höhe überwacht und wie man das Auto spürt.
Stellen Sie sich vor, Sie lernen Autofahren. Niemand beginnt mit einem LKW oder einem Bus – erst ein Auto, dann alles andere.
Ihr erster Flug: eine einfache Route
Wählen Sie eine Stadt oder einen Flughafen aus, die Ihnen bekannt ist. Lassen Sie es eine kurze Strecke sein – 20-30 Minuten Flug. Zum Beispiel:
Von Wnukowo nach Domodedowo (Moskau)
Vom Flughafen Nizza nach Cannes (Côte d'Azur)
Von San Francisco nach Oakland (über die Bucht)
Kurze Strecken sind gut, weil Sie nicht müde werden, Zeit haben, sich alles zu merken und den Flug mehrmals wiederholen und so Ihre Fähigkeiten verbessern können.
Die Checkliste ist Ihre Bibel
In der echten Luftfahrt verlassen sich Piloten nie auf ihr Gedächtnis. Sie verwenden Checklisten – Schritt-für-Schritt-Anleitungen für jede Phase des Fluges. Sie müssen dasselbe tun.
Halten Sie gerne einen Ausdruck oder einen zweiten Monitor mit der Checkliste vor sich. Das ist kein Betrug – das ist Professionalität. Mit der Zeit werden viele Handlungen zur Gewohnheit, dennoch sollte die Checkliste immer griffbereit sein.
Eine Beispiel-Checkliste für ein Leichtflugzeug sieht so aus:
Vor dem Start: Kraftstoff, Klappen, Trimmung prüfen
Starten des Motors: Magnetzündung, Anlasser, Aufwärmen
Vor dem Start: Die Steuerung ist frei, die Instrumente werden überprüft, die Klappen befinden sich in der Startposition
Start: Vollgas, Startlauf, bei einer Geschwindigkeit von 60 Knoten – am Lenkrad ziehen
Steigen: Gas auf Reisemodus senken, Klappen absenken
Reiseflug: Route überwachen, Höhe anpassen
Abstieg: Gas und Höhe schrittweise reduzieren
Landung: Landeklappen ausfahren, Geschwindigkeit reduzieren, über der Landebahn einpendeln
Zuglandungen separat
Die Landung ist das schwierigste Element eines jeden Fluges. Selbst erfahrene Piloten üben ständig ihre Berührungen.
Nutzen Sie den „Freiflug“-Modus im Simulator: Stellen Sie das Flugzeug auf den endgültigen Kurs 5-7 Kilometer von der Landebahn entfernt in einer Höhe von 500 Metern ein. Üben Sie einfach das Landen und Aufsetzen. Immer wieder.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die ersten 20 bis 30 Landungen holprig sind. Eine sanfte Berührung ist eine Frage stundenlanger Übung, nicht des Talents.
Studieren Sie ein Flugzeug eingehend
Es ist besser, ein Flugzeug zu 100 % zu kennen, als zehn Flugzeuge zu 10 %. Wählen Sie Ihr „Hauptboard“ und studieren Sie es gründlich:
Wo sind die Schalter und was bewirken sie?
Wie die Systeme funktionieren (elektrisch, hydraulisch, Kraftstoff)
Welche Geschwindigkeiten sind für verschiedene Flugphasen optimal?
Wie verhält sich ein Flugzeug in Notsituationen?
Wenn Sie sich sicher fühlen, begeben Sie sich zum nächsten Flugzeug. Fähigkeiten sind übertragbar, aber jedes Brett hat seinen eigenen Charakter.
Erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad nach und nach
Beginnen Sie mit idealen Bedingungen: klares Wetter, Tageslicht, hervorragende Sicht. Wenn Sie sich sicher fühlen:
Wind hinzufügen (beginnen Sie mit 10-15 Knoten)
Versuchen Sie, in Wolken zu fliegen (aber vorerst tagsüber)
Nachtflüge meistern
Turbulenzen hinzufügen
Versuchen Sie, bei Regen oder Schnee zu fliegen
Lernen Sie, nur mit Instrumenten zu fliegen (ohne Sichtkontakt zum Boden)
Jeder neue Schwierigkeitsgrad ist eine separate Fertigkeit. Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu meistern.
Nutzen Sie Online-Netzwerke (wenn Sie dazu bereit sind)
VATSIM und IVAO sind Online-Flugnetzwerke, in denen echte Menschen als Fluglotsen arbeiten und andere Piloten an Ihrer Seite fliegen. Es ist unglaublich atmosphärisch und realistisch.
Aber beeilen Sie sich nicht. Lernen Sie zunächst, selbstbewusst offline zu fliegen, erlernen Sie die Grundlagen der Funkkommunikation und üben Sie das Befolgen von Versandbefehlen. Wenn Sie sich bereit fühlen, heißen wir Sie im Himmel mit lebenden Menschen willkommen.
Lernen Sie aus Fehlern
Beim Start abgestürzt? Großartig – jetzt wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Nase zu stark heben. Du hast es nicht zum Strip geschafft? Das bedeutet, dass sie den Niedergang zu früh begonnen haben. Jeder Fehler ist eine Lektion.
Berufspiloten nutzen Simulatoren gezielt, um folgenlos aus Fehlern zu lernen. Nutzen Sie dies aus.
Hauptsache Spaß haben
Flugsimulatoren sollen Spaß machen. Machen Sie daraus keine Arbeit. Wenn etwas nicht klappt, legen Sie es beiseite, ruhen Sie sich aus und kommen Sie später mit frischem Kopf zurück.
Denken Sie daran: Jeder erfahrene Sim-Pilot war einmal ein Neuling, der nicht verstand, warum die Triebwerke nicht ansprangen und warum das Flugzeug beim Start umdrehte. Geduld, Übung und Liebe zum Himmel sind alles, was Sie brauchen.
Viel Spaß beim Fliegen!
